„reality affairs“ oder: Der Untergang des deutschen Fernsehens

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Es ist ja eigentlich schon frustrierend genug wenn man Nachmittags um 16 Uhr den Fernseher anschaltet. Wenn man dann aber auch noch Pro7 einschaltet und zufällig auf die Soap „reality affairs“ trifft, dann hat man endgültig verloren. Dieses Format bzw. die Klitschkacke die man da zu sehen bekommt ist wahrlich unglaublich.

Aber fangen wir mit den Schauspielern an. Das Wort Mimik, Gestik oder gar Schauspiel ist all den Protagonisten gänzlich unbekannt. Haben wir in Deutschland wirklich keine Schauspieler mehr? Naja wahrscheinlich schon, nur geben sich Menschen die schauspielerisch auch nur ein bisschen Talent haben nicht mit solchen Formaten ab.

Der Inhalt: Vater, Besitzer eines eigenen Swinger Clubs. Stämmige, nein, dicke Mutter lässt sich piercen und mag ihren Mann nicht… ach was schreib ich das hier eigentlich. Zeitverschwendung.

Fakt ist:
NIEMALS DIESE SENDUNG EINSCHALTEN

Und was schreibt SevenOneMedia dazu:
Ob Hochzeit, erste Liebe oder Arbeitsalltag in einem Schönheits-Salon: das wahre Leben ist spannender, als jede Soap! In ‚Reality Affairs‘ erzählen Menschen jeweils über eine ganze Woche ihre Geschichten. Reale Personen, echte Situationen, kein Script, kein kommentierender Sprecher aus dem Off. Nichts ist interessanter als am Leben anderer Menschen teilzunehmen, als wäre es das eigene. ‚Reality Affairs’ macht das möglich.“

Ich glaube es wurden mindestens 80% der Produktionskosten in den Entwurf dieses Textes gesteckt. Was ich mir jedoch gewünscht hätte ist, dass der Autor der Beschreibung wenigstens einmal eine Episode der Sendung gesehen hätte. Denn hätte er das getan, wüsste er, das Worte wie „spannend“ und „interessant“ in der Beschreibung einfach nur 100% fehl am Platze sind. Die Höhe bildet jedoch die Aussage „kein Script“. Wer dem Publikum solch eine Sendung als ungescripted darstellen will ist für mich ein Lügner.

Es wundert mich nicht, dass Internetseiten wie z.B. Kino.to boomen und die Werbeeinnahmen des deutschen Fernsehens zurückgehen. Denn, liebes Privatfernsehen, ohne Qualität keine Zuschauer, ohne Zuschauer schlechte Quoten, mit schlechten Quoten keine Werbeeinnahmen. Bitte investiert in die Qualität eurer Programme und setzt uns nicht so nen Dreck vor die Nase der in der Produktion von 5 Episoden maximal 50 Euro kostet.
Tut euren Kameramännern und Mitarbeitern mal was gutes und setzt denen mal Leute vor die Linse mit denen man auch arbeiten kann…

Wie kann man als Sender denn eigentlich noch fordern in Bildung zu investieren etc. und solche Sendungen ausstrahlen. Naja ihr merkt schon, ich bin frustriert… und zwar real!


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~ von Philip Hirschfeld - 14. Oktober 2009.

2 Antworten to “„reality affairs“ oder: Der Untergang des deutschen Fernsehens”

  1. hm, das hat mich jetzt aber doch ein wenig neugierig auf die sendung gemacht 😉

  2. Weiterführend dazu ein topaktueller SpOn Artikel: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,656022,00.html

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